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Dudelzwerge ( Wer oder was ist das?)

in Dudelzwerge 08.09.2011 22:09
von Witchy | 1.469 Beiträge



Dudelzwerge (Karfunkel 2011)

Rock oder Mittelalter? Oder doch besser: beides. Wer die fünf Leipziger von den Dudelzwergen bereits gehört und live erlebt hat, weiß, daß sie sowieso rocken. Und wie gut sie das können, beweisen sie auf ihrer neusten CD.
Nach einer Debütdemo und zwei Mittelalter-Alben warten die Dudelzwerge nun mit einem neuen Konzept auf. Das im Dezember 2010 erschienene akustische Mittelalter-Album „Aussaat“ und die März 2011 veröffentlichte Rock-CD „Ernte“ sind zwar getrennt erschienen, aber als Doppelalbum gedacht. Somit ist für jeden etwas dabei. Dabei ergänzen sich die beiden Alben, indem sie thematisch zusammen gehören und auch das Layout der einen erst verständlich wird, wenn man die andere CD genau betrachtet. Man kann sie nacheinander in den Player legen und wird eine Reise durch unsere Entwicklung und unsere Thematiken erleben und dabei einen sanften, aber sehr bestimmten Übergang erleben.
Alle Rocksongs sind von den Dudelzwergen selbst geschrieben, mit Ausnahme eines irischen Volksliedes.
Auch eine neue eigene Rock-Show wurde dafür entworfen. Ein einmaliger Hingucker sind ihre selbstgebauten Instrumente wie die stark veränderten und sehr präsenten Sackpfeifen oder Dudelsäcke in übergroßer Gestalt von Streitaxt und Kriegshammer.
Karfunkel sprach mit den Dudelzwergen Yanishar, Emilia, Beatus und Herrn U.


Euer drittes akustisches Album „Aussaat“ und die erst kürzlich erschienene vierte Rock-CD „Ernte“ sind zwei zusammenhängende Alben. Was war die Idee dahinter?

Yanishar: Die eigentliche Idee war ein neues Konzeptalbum, was sowohl die rein mittelalterliche mit der Rock-Schiene verbindet, wir hatten da einige neue Errungenschaften. Während der Produktion haben wir festgestellt, dass wir das nicht unbedingt mischen möchten. Es gibt viele Fans, die wollen nur mittelalterliche Musik und viele, die wollen Rock und die würden die CD nicht kaufen, wenn wir beides darauf vermischt hätten. Daher trennten wir es, sowohl live als auch auf CD. Wir können damit mehr erreichen, wenn Mittelalter und Rock auf diese Weise zusammenhängen und sich so musikalisch ergänzen.
Herr U.: Die Fans forderten eine CD mit unseren neuen Akustikstücken und wir wollten sie schon länger in Angriff nehmen. „Aussaat“ war fast schon überfällig!
Für die CD „Ernte“ wollten wir keine Cover schon bekannter Stücke des Genres, oder gar halbgare Krautrock-Songs abliefern, sondern unseren eigenen Stil. Da wir uns im Rocksektor noch nicht mit eigenen Altlasten beschäftigen und damit einher gehende Erwartungen erfüllen mussten, konnten wir unseren Ideen freien Lauf lassen. Wir wollten ein Album veröffentlichen, dass wir selbst, als Anhänger beider Genres gern hören würden.


Wieso heißt der mittelalterliche Silberling „Aussaat“ und das Rockalbum „Ernte“? Klingt ein bisschen, als ob da eine übertragene Bedeutung dahinter steckt: wer Mittelalter sät wird Rock ernten.

Herr U: Nein, nicht zwingend, das ist unser selbst gewählter Weg. Das mittelalterliche Album heißt „Aussaat“, weil wir uns mit den akustischen Stücken der letzten Jahre die Fans erspielt haben, mit diesen Werken haben wir sozusagen ausgesät und uns konsequent weiterentwickelt. Wir haben dann mit dem Rockalbum die “Ernte“ eingeholt, die wir mit den mittelalterlichen Alben säten. Die Rockmusik sollte aber nicht nur eine zweite Schiene sein, sondern ebenso wichtig. Es macht uns genauso viel Spaß und außerdem hören wir selber gerne Rock.

Keine Band kann auf Dauer zwei verschiedene Stil-Richtungen bedienen. In welche werdet ihr euch in Zukunft stärker orientieren?

Yanishar: In beide!
Herr U: Dann sind wir sind die erste Band, die das kann. Wir wollen beide Richtungen weiter entwickeln, das eine bietet einen Ausgleich zum anderen. Außerdem haben wir sowohl im mittelalterlichen Teil, wie auch im Rockbereich bereits neue Titel und CDs in Planung.
Emilia: ...und dementsprechend Fans.
Beatus: Generell möchte ich sagen, dass unsere Musik seit eh und je gerockt hat, egal in welchem Stil!

Wie haben eure Fans auf die neue Musikrichtung reagiert? Habt ihr eine neue Anhängerschaft aus der Rock- und Gothikecke dazugewonnen?

Emilia: Zum einen waren die alten Fans sehr gespannt auf das neue Konzept, zum anderen haben wir mit dem Album auch viele neue Leute erreicht aus der Rock-, Mittelalter- und schwarzen Szene, die uns treu zur Seite stehen.
Yanishar: Es gibt immer Leute, denen gefällt das eine oder das andere, daher spielen wir beides: wir wollen keine Fans vor den Kopf stoßen.

Dem Namen Dudelzwerge möchte man entnehmen, dass ihr die klassischen Instrumente einer Mittelalterband spielt wie eben die Sackpfeife. Welche Instrumente setzt ihr so ein und inwieweit hat sich euer Instrumentarium auf dem Rockalbum verändert?

Emilia: Die elementare Änderung auf dem Rockalbum sind der Einsatz von Stromgitarren, E-bass und Schlagzeug. Das Schlagzeug wird aber auch bei der Mittelaltermusik eingesetzt. Ansonsten spielen wir die üblichen Instrumente wie Nyckelharpa und Dudelsäcke.
Beatus: Wir bauen unsere Instrumente auch selber. Das Schlagwerk ist von mir, die Nyckelharpa hat Yanishar selbst gebaut, auch die Dudelsäcke sind Eigenarbeit.

„Dudel“ lässt sich damit ja schon mal erklären. Aber warum Zwerge? Viele Texte eurer eigenen Songs drehen sich auch um Zwerge, Drachen und Fantasythemen. Habt ihr eine Vorliebe für Fantasy?

Herr U: Im Fantasy-Genre sind wir tief verwurzelt. Wir hatten „Herr der Ringe“ bereits gelesen, bevor an die Filme überhaupt zu denken war, Zitate von Markus Heitz, dem Autor von „Die Zwerge“, stehen stets auf unseren Alben.
Beatus: Fantasy kommt von Fantasie. Hätten wir keine Fantasie, würden wir auch nicht musizieren und hätten wir auch keinen Spaß. Fantasie und Lebenswille hängen unmittelbar aneinander. Jeder hat Ideen. Wir lassen uns zum Beispiel auch bei unseren Klamotten was einfallen, die nähen wir auch selber.

Zum Teil bedient ihr euch des altbekannten Mittelalterliedgutes und -dichtung, zum Teil schreibt ihr auch selber. Was ist die bevorzugte Thematik der Lieder?

Yanishar: Das ist unterschiedlich, es gibt da keine feste Thematik. Alles kommt vor. Die Bereiche des täglichen Lebens und alles, was wichtig ist...
Herr U: ...Liebe, Saufen, Tod!
Emilia: Wobei man sagen muss, wenn man bei den Texten des Rockalbums zwischen den Zeilen liest, findet man auch einiges Sozialkritisches.

Was hat euch dazu bewegt, mittelalterliche Musik zu machen und wie habt ihr zueinander gefunden?

Herr U: Jeder von uns im Großen und Ganzen dadurch, indem man auf Märkten war und es schön fand. Durch Herumlungern haben wir dann uns und zur Musik gefunden. Da wir härter vorglühen, als alle anderen feiern, sitzen wir immer zuletzt noch da und so haben sich die letzten Leipziger Stadtmusikanten zusammengefunden.
Beatus: Musik ist eines der ältesten Gewerke der Menschheit. Seit 5000 Jahren springt der Mensch ums Feuer und trommelt. Das war der Grund für mich, Musik zu machen: um auf herrlich große Trommeln zu hauen und Urinstinkte der Menschen zu wecken.
Emilia: Beatus mag`s halt laut.

Was fasziniert euch an Mittelalter-Märkten?

Yanishar: Auf jeden Fall das Flair, die Gäste und der relativ herzliche Ton zwischen den Menschen. Es ist ein Miteinander und nicht ein zusammengewürfelter Haufen Leute. Auf den Märkten herrscht Teamgeist und ist schönes altes Brauchtum zu erleben.
Emilia: Die Mittelalterszene ist eine große Familie. Mich hat das Mittelalter schon als Kind fasziniert und ich habe früher auch gerne Filme in dieser Richtung geschaut.
Herr U: Es ist oft einfach schön: Wir sind sehr gern auf den Märkten unterwegs, genießen das Flair und die Zeit dort mit wachen Sinnen. Es ist ein Eintauchen in eine andere Welt und wir können dort die Kraft und Muse schöpfen, die wir für unsere Musik brauchen. Mit unserer Arbeit geben wir diese Inspiration dann zurück. Somit funktioniert für uns das Ganze als Perpetuum Mobile. Viele Fakten der Geschichte, Bräuche und Lebensfacetten der damaligen Zeit bekommt man hautnah beigebracht und wir verarbeiten diese Themen dann in unseren Liedern.


Tourt ihr auch, um euer neues Konzept vorzustellen? Wo können die Fans euch begegnen?


Herr U: Überall auf unseren zahlreichen Konzerten. Vom Feuertanz-Festival bis sogar nach Russland. Dort waren wir bereits auf zwei Festivals und im ältesten Moskauer Club live unterwegs.
Beatus: Im Sommer an der See, im Winter in den Bergen.

Erzählt uns doch mal etwas über eure weitere Planung. Gibt es noch weitere Alben solcher Art oder erwarten uns noch andere wilde Experimente?

Herr U: Wir sitzen bereits an den nächsten beiden Alben. Wir sammeln und konzeptionieren bereits. Es kann schon gesagt werden, dass es von melancholisch bis lustvoll alles geben wird, was die Menschen beschäftigt. Dabei handelt es sich wieder um ein Rock- und ein Mittelalter-Album. Das ist einfach ein schönes Konzept, das aufgeht: man vernachlässigt niemanden und uns macht beides verdammt viel Spaß.
Beatus: Die Tour wird aber durch die Arbeit nicht aufhören oder unterbrochen. Und wir werden unsere witzige Bissig keit nicht verlieren, denn unser Humor kann so einzigartig und eigenartig sein, wie unsere Musik.

http://www.dudelzwerge.de/php/index_lang.php?lang=de
http://www.facebook.com/pages/Dudelzwerge/136562983022783


Träume nicht Dein Leben, sondern lebe Deinen Traum!!!

zuletzt bearbeitet 11.06.2013 16:24 | nach oben springen


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